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Der Flughafen Tempelhof in Berlin und der Kalte Krieg

Flughafen Tempelhof
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Mai 1945 – die Herrschaft der Nationalsozialisten war zu Ende, der Krieg vorüber, Deutschland besiegt. Auch die Pläne für die monströs-monumentale »Welthauptstadt Germania«, die Albert Speer für Hitler entworfen hatte, waren gescheitert. Hitler hatte Berlin nicht in die besagte Welthauptstadt, sondern in eine Trümmerlandschaft verwandelt.
Unweit der Trümmerberge lag, kaum beschädigt und noch unvollendet, der Flughafen Tempelhof, einst als »größter Flughafen der Welt« in Speers »Germania«-Plänen verzeichnet. Seine markante Großform mit dem elliptischen Flugfeld und dem gebogenen Flugsteig ist noch heute leicht im Stadtgrundriss zu erkennen.

Das Bauwerk hat interessanter Weise zwei unterschiedliche Gesichter: Zur Stadt hin gibt es sich im monumentalen Stil der Zeit, mit mächtigen Pfeilern und einer strengen, steinbekleideten Fassade. Am Flugfeld hingegen erkennt man die hohe Funktionalität der Planung: An dem gebogenen, 1200 Meter langen Flugsteig konnten die Flugzeuge äußerst effizient abgefertigt werden. Die über 40 Meter auskragende Überdachung ist eine technische Meisterleistung, die durch die Klarheit der Stahlkonstruktion modern, funktional und wenig monumental wirkt.

Der Befehl zur Sprengung des Bauwerks, den Hitler in den letzten Tagen noch gegeben hatte, wurde vom Direktor des Flughafens schlicht verweigert.
So kam es, dass die US-Streitkräfte die ersten waren, die Tempelhof in Betrieb nahmen. Die gigantischen Hallen, die eigentlich dazu bestimmt waren, Größe und Macht zu demonstrieren, wurden nun auf ganz pragmatische Weise genutzt: In einem Saal richteten die Amerikaner gar ein Basketball-Feld ein.

Zu Beginn des Kalten Krieges rückte der Flughafen Tempelhof ins Zentrum weltweiter Aufmerksamkeit. Das in vier Besatzungszonen aufgeteilte Deutschland, vor allem aber das in vier Sektoren geteilte Berlin geriet zwischen die Machtblöcke. Angesichts der Insellage der Berliner West-Sektoren versuchte die Sowjetunion ab 1947, ganz Berlin unter ihren Einfluss zu bringen – die Teilung Deutschlands zeichnete sich ab.
Mit kurzfristigen Straßenblockaden versuchten die Sowjets nun Druck auf die anderen Alliierten auszuüben, und die Berliner fürchteten um ihre gerade wiedererlangte Freiheit. Die westlichen Alliierten stärkten daraufhin die Bindung ihrer Besatzungszonen an die westliche Staatengemeinschaft.
In den Westzonen kam es am 20./21. Juni 1948 zur Währungsreform, am 25. Juni trat sie auch in den Berliner West-Sektoren in Kraft. Die Sowjetunion nahm dies zum Anlass, sofort sämtliche Wasser- und Landwege nach Berlin zu blockieren. Damit war die Lebensmittelversorgung von etwa zwei Millionen Menschen und der Kohlenachschub für die Elektrizitätsversorgung gefährdet.

Unter Federführung des US-amerikanischen Generals Clay richteten die West-Alliierten daher ab 26. Juni 1948 eine Luftbrücke, die »Operation Vittels«, ein. Es war eine gewaltige logistische Leistung. Mit über 227.000 Flügen wurde die Versorgung der West-Sektoren monatelang, bis zum Ende der Blockade am 30. September 1949, aus der Luft gesichert. Angeflogen wurde dabei hauptsächlich Tempelhof. Die West-Berliner waren begeistert von den »Rosinenbombern«, die ungefähr im 90 Sekunden-Takt starteten und landeten. Ein nicht ungefährlicher Einsatz für die Piloten. Auf dem »Platz der Luftbrücke« erinnert ein Denkmal auch an die 76 tödlich verunglückten Piloten.

Am 30. Oktober 2008 starteten die letzten Maschinen von dem innerstädtische Flughafen, der »Mutter aller Flughäfen« wie Norman Foster Tempelhof nannte. Ob das Flugfeld sich einst zur Parklandschaft wandelt oder gar mit Wohnblocks bebaut sein wird, wie es sich so mancher Investor vorstellt, bleibt vorerst ungewiss.

Text: Mathias Wallner / Heike Werner - aus dem Buch Architektur und Geschichte in Deutschland in gekürzter, überarbeiteter Form.

Architekt Flughafen Tempelhof:
Ernst Sagebiel, 1936-1941


Links:
www.tempelhoferfreiheit.de (Führungen durch den ehemaligen Flughafen Tempelhof)


Literaturhinweise:
  • L. Demps: Flughafen Tempelhof.
  • Uwe Förster, Stephanie von Hochberg und Lutz-Ulrich Kubisch: Auftrag Luftbrücke.
  • Philipp Meuser: Vom Fliegerfeld zum Wiesenmeer.



  • Der Text oben stammt aus dem Buch Architektur und Geschichte in Deutschland, Mathias Wallner / Heike Werner.

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