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Das Reichstagsgebäude in Berlin – Spuren deutscher Geschichte

Das Reichstagsgebäude in Berlin, Sitz des Deutschen Bundestages, symbolisiert wie kein zweiter Ort Höhen und Tiefen des Parlamentarismus und der Demokratie in Deutschland.

Reichstagsgebäude

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Man denke nur an die Flammen, die im März 1933 nicht nur das Gebäude zerstörten, sondern das Fanal zum Untergang der ersten deutschen Republik darstellten. Damals hatte das deutsche Parlament in Hermann Göring einen Präsidenten, der alle parlamentarischen und demokratischen Werte voller Hass verhöhnte und nichts so intensiv wie die Abschaffung aller mit dem Parlamentarismus einhergehenden Rechte betrieb. Man denke aber auch an die zentrale Rolle, die dem Ort im Rahmen der Wiedervereinigung und der heutigen, zweiten deutschen Republik zuerkannt wurde. In der Verfassung des 1871 gegründeten Reiches spielte der Reichstag eine ambivalente Rolle; vom klassischen Parlamentarismus war man noch einige Schritte entfernt, aber immerhin gab es nun erstmals ein verfassungsgemäßes deutsches Parlament.

Der Architekt Paul Wallot plante den Bau, der durchaus die Zwiespältigkeit der Verfassung von 1871 spiegelt. Da ist zum einen die monumentale Geste mit der strikt durchgehaltenen Symmetrie, die den Betrachter eher an die imperiale Macht als an die Demokratie denken lässt. Da ist jedoch andererseits der Stil: Wallot wählte nicht eine der vielen Stilrichtungen des 19. Jahrhunderts, etwa den Klassizismus, den Baustil des preußischen Machtstaates, barocke Formen oder die Neugotik. Er mischte in nie dagewesener Weise sämtliche Spielarten des Historismus. Mit der Verschmelzung verschiendenster Stile wurde der dominante preußische Stil in den Hintergrund gerückt, so dass sich die einzelnen deutschen Länder mit ihren Stileigenheiten im Reichstag wiederfinden konnten.

Reichstagsgebäude

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Als bald nach der Wiedervereinigung der Umzug des Deutschen Bundestages in Wallots Monumentalbau beschlossen wurde, war klar, dass nicht nur aus benutzertechnischen Gründen ein umfassender Umbau nötig war. Man wollte die Spuren der bewegten Vergangenheit nicht verwischen, aber der neue Parlamentssitz sollte doch ein markantes Symbol der funktionierenden parlamentarischen Demokratie sein. Den Architekturwettbewerb gewann der britische Architekt Lord Foster mit einem beeindruckenden Entwurf, der das Reichstagsgebäude ohne Kuppel und asymmetrisch unter einer großräumigen, leichten Dachtragwerk platziert vorsah. Allein die Parlamentarier bestanden auf der Wiederherstellung der einstigen Gebäudesilhouette und damit auf einer Kuppelkonstruktion.

So kam es, dass der Architekt die Aufsehen erregende Glaskuppel entwarf, die heute als sichtbarster Ausdruck unserer Demokratie gilt. Gemahnt schon das Baumaterial an Transparenz, so symbolisiert die Begehbarkeit der Kuppel die Demokratie in offensichtlicher Weise: Das Parlament tagt wortwörtlich unter den Augen des Volkes, das von der spektakulären spiralförmigen Rampe einen Einblick in den Plenarsaal hat.
Die Kuppel hat aber auch andere Funktionen: Die trichterförmige, verspiegelte Konstruktion inmitten der Kuppel streut das Tageslicht weit in den darunter liegenden Plenarsaal.

Die Kombination moderner Gestaltung mit den erkennbaren Spuren einer bewegten und problematischen Vergangenheit wird auch im Inneren durchgehalten: Die Graffitis russischer Soldaten, eingeritzt im April 1945, sind hier ebenso sichtbar wie einzelne Brandspuren aus dem Jahr 1933.

Einen besonders behutsamen Umgang wünschten die Parlamentarier auch mit dem Bundesadler im Plenarsaal. Lord Foster gestaltete ihn daher nur geringfügig um und beließ seinen ursprünglichen Bonner Charakter, so dass auch sein damaliger Spitzname, die »fette Henne«, erhalten blieb.

Text: Mathias Wallner / Heike Werner - aus dem Buch Architektur und Geschichte in Deutschland.
Architekten Reichstagsgebäude:
Paul Wallot, 1884-1894
Wiederaufbau: Paul Baumgarten, 1961-1972
Umbau: Foster + Partners, 1992-1999



Link:
www.bundestag.de


Literaturhinweise:
  • Uwe Kieling: Der Deutsche Reichstag. Geschichte des Parlamentshauses.
  • Bernhard Schulz: Der Reichstag. Die Architektur von Norman Foster.
  • Heinrich Wefing (Hrsg.): »Dem deutschen Volke«. Der Bundestag im Berliner Reichstagsgebäude.



  • Der Text oben stammt aus dem Buch Architektur und Geschichte in Deutschland, Mathias Wallner / Heike Werner.
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