HOME
Werbung
Werbung
Deutschland



Hessen


Frankfurt am Main


Museumsufer
Paulskirche
Frankfurter Skyline

Die Frankfurter Paulskirche – Symbol der Demokratie

Paulskirche
GRAND-i-TOUR Bilder für Ihre Homepage?
GRAND-i-TOUR images for your website?
Die Paulskirche hat sich ins nationale Gedächtnis eingeprägt, weil hier am 18. Mai 1848 das erste deutsche frei gewählte Parlament tagte. Wer von »der Paulskirche« spricht, meint daher meist nicht das Bauwerk, sondern das Parlament von 1848.
Gerade wegen ihres Symbolcharakters war der Wiederaufbau der Kirche, die im Zweiten Weltkrieg bis auf die Außenmauern ausgebrannt war, ein besonderes nationales Anliegen. Nach den Vorgaben von Rudolf Schwarz wurde die ­Ruine unter Verzicht auf eine völlige Rekonstruktion, z.B. des kegelförmigen Daches und der Empore, im Stil der »Nachkriegsbescheiden­heit« wieder aufgebaut. Rechtzeitig zum 100. Jahrestag der ersten Parlamentsversammlung war die Paulskirche vollendet. Seither wird der Kirchenbau ausschließlich für weltliche Zwecke genutzt.

Die ehemals klassizistische Paulskirche schien den Parlamentariern von 1848 für ihren Anlass besonders geeignet: Sie hatte einen lichten Innenraum, eine hervorragende Akustik und bot 2.000 Menschen Platz. Die Sitzanordnung war an sich ein Symbol. Die Architekten hatten, um den Prediger in den Mittelpunkt zu stellen, eine ovale Grundform gewählt und die Sitze in einem Kreissegment angeordnet. Mit den steilen Sitzreihen der Emporen glich der Innenraum einem antiken Theater und damit auch den Bauten der griechischen Bürgerversammlungen. Deren Sitzanordnung galt seit der französischen Revolution als Sinnbild der Demokratie.

Frankfurt, die alte Kaiserwahl- und Krönungsstadt, Sitz des Deutschen Bundes, war wie selbstverständlich auch die Stadt des ersten deutschen Parlaments, dessen Mitglieder aus den verschiedenen deutschen Ländern kamen. Wie war es dazu gekommen? Im März 1848 sprang der Funke der Pariser Februar-Revolution über den Rhein; in Berlin und Wien tobten Straßenkämpfe. Es ging um Einheit und Freiheit im Sinne politischer Mitbestimmungsrechte. Nicht alle deutschen Regierungen waren dem Nationalgedanken abgeneigt; die einzelnen Regierungen willigten schließlich in den Ruf nach Parlamentswahlen ein.
Und wahrhaftig: Allzu bedrohlich nahm sich das gewählte Parlament nicht aus. Professoren waren es, Bildungsbürger, keine klassischen Revolutionäre. Parteien gab es nicht. Die ersten Fraktionen benannten sich frei nach ihren Stammkneipen, z.B. »Deutscher Hof« oder auch »Casino«.

Paulskirche Ihre wichtigste positive Leistung schuf die Paulskirche 1848 durch einen Verfassungsvorschlag und den Grundrechtskatalog. Damit setzte sie Maßstäbe, die weit über ihre Zeit hinaus, bis in unser Grundgesetz reichen. An der Einheit dagegen scheiterte das erste deutsche Parlament. Dazu waren die Eigeninteressen der einzelnen Regierungen zu stark.
Die Paulskirche wählte 1849 Preußens König zum deutschen Erbkaiser. Man hatte allerdings versäumt, den Spitzenkandidaten vorher zu fragen, ob ihm dies genehm sei. Der König dankte für die Ehre und lehnte ab! Kaiser wollte er zwar durchaus werden, jedoch gekürt von seinen Fürstenkollegen. Eine Krone aus den Händen der Volksvertretung anzunehmen, schien ihm würdelos. Diese Schmach konnte die Paulskirche nicht überleben.
Die Durchsetzung der Verfassung misslang und die deutschen Regierungen erzwangen die Auflösung des Parlaments. So war das erste deutsche Parlament zwar in historischer Stunde gescheitert, doch der demokratische Grundstein war gelegt.

Text: Mathias Wallner / Heike Werner - aus dem Buch Architektur und Geschichte in Deutschland, in gekürzter, überarbeiteter Form.
Architekten Paulskirche:
Johann Andreas Liebhardt, Johann Georg Christian Hess, 1786-1802
Johann Friedrich Christian Hess,1829-1833
Wiederaufbau:
Rudolf Schwarz mit Eugen Blanck, Johannes Kran, Gottlob Schaupp, 1946-1948


Links:
www.bpb.de
www.frankfurt.de
www.stadtgeschichte-ffm.de


Literaturhinweise:
  • Dieter Bartetzko: Denkmal für den Aufbau Deutschlands. Die Paulskirche in Frankfurt am Main.
  • W.J. Stock und Ingeborg Flagge (Hrsg.): Architektur und Demokratie.
  • Günter Mick: Die Paulskirche. Streiten für Einigkeit und Recht und Freiheit.
  • Thomas Nipperdey: Deutsche Geschichte Bd.I.



  • Der Text oben stammt aus dem Buch Architektur und Geschichte in Deutschland, Mathias Wallner / Heike Werner.
    GRAND-i-TOUR Bilder für Ihre Homepage?
    GRAND-i-TOUR images for your website?
    Paulskirche

    Die Paulskirche im Herzen Frankfurts.

    Copyright Heike Werner
    Impressum / Kontakt

    Google
     
    GRAND-i-TOUR Bilder für Ihre Homepage?
    GRAND-i-TOUR images for your website?