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Die Neue Wache in Berlin – Vom preußischen Staatstempel zur nationalen Gedenkstätte

Karl Friedrich Schinkel
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Heutzutage würde man Karl Friedrich Schinkel einen Star-Architekten nennen. Wie kein Zweiter formte er mit seiner klassizistischen Architektur das Erscheinungsbild Preußens. Zu den Werken, die seinen Ruhm begründeten und den Aufstieg des einfachen preußischen Beamten zum Lieblingsarchitekten des Königshauses endgültig sicherten, zählt die Neue Wache.

Es ist ein eher kleines Bauwerk, das sich König Friedrich Wilhelm III. in dem Kastanienwäldchen an der Prachtstraße Unter den Linden für seine Wachen wünschte. So galt es, ein militärisches Gebäude in den repräsentativen Straßenzug, zwischen Universität und Zeughaus, heute Deutsches Historisches Museum, einzupassen. Schinkel entwarf, etwas zurückgesetzt von den mächtigen Nachbarbauten, eine Art Miniatur-Monumentalbau, der mit einem steinernen, dorischen Tempelmotiv als Schaufassade die preußische Prachtstraße vervollständigte.

Die Wache war jedoch mehr als ein militärischer Funktionsbau, sie war auch ein Monument der Befreiungskriege, die 1815 letztlich mit der Schlacht von Waterloo dem Kaiserreich Napoleons I. ein Ende bereitet hatten. In diesem Sinne stellte man 1822 rechts und links der Wache die von Christian Daniel Rauch geschaffenen Standbilder des Feldherrn Bülow und des Militärreformers von Scharnhorst auf. Die Skulpturen waren auch ein Teil von Schinkels Plan einer »Via Triumphalis«, die von hier zum königlichen Schloss führte.

Neue Wache

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Im Jahr 1918, nach dem Weltkrieg und dem damit verbundenen Ende der Monarchie, stand die Neue Wache leer. Nach anfänglichen Überlegungen in der Wache eine Bankfiliale oder gar ein Café unterzubringen, entschied man, den repräsentativen Bau zu einer Gedächtnisstätte für die Gefallenen des Weltkrieges umzubauen. Das Innere wurde neu und geradezu mystisch gestaltet: Durch eine Deckenöffnung fiel nun Tageslicht ein, darunter stand ein schlichter schwarzer Granitstein mit einem vergoldeten Eichenkranz. So gedachte man den Gefallenen ohne zu ahnen, dass die Schrecken des ­Ersten Weltkrieges schon bald überboten werden würden. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 steuerte Deutschland direkt auf den Zweiten Weltkrieg zu. Keine Frage, dass die Nationalsozialisten die Gedenkstätte mit dem ihnen eigenen militärischen Pomp für ihre zerstörerische Ideologie vereinnahmten.

Nach Ende der Nazi-Herrschaft lag die Neue Wache, wie fast die ganze Stadt, in Trümmern und Schinkels Werk blieb in den ersten Nachkriegsjahren eine Ruine. Heinrich Tessenow schlug sogar vor, sie als solche zu erhalten. In der DDR wurden Stimmen laut, die den Abriss forderten. Für viele Berliner blieb es jedoch eine Gedenkstätte: Sie steckten Blumen an die verschlossenen Türen. Schließlich wurde die Neue Wache wiederaufgebaut, doch erst 1969 wurde sie offizielles Mahnmal für die Opfer des Faschismus und Militarismus.

Nach der Wiedervereinigung entstand neuerlich eine Diskussion um die Gestalt und die Widmung des Bauwerks, in dem sich die deutsche Geschichte in all ihrer Widersprüchlichkeit spiegelt. Nach der teilweisen Rekonstruktion von Tessenows Innenraumgestaltung und der Aufstellung von Käthe Kollwitz´ Pietà wurde die Neue Wache schließlich 1993 zur »Zentralen Gedenkstätte der Bundesrepublik Deutschland für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft«.

Text: Mathias Wallner / Heike Werner - aus dem Buch Architektur und Geschichte in Deutschland, in gekürzter Form.
Architekten Neue Wache:
Karl Friedrich Schinkel, 1816-1818
Innengestaltung:
Heinrich Tessenow, 1930-1931
Wiederaufbau:
Heinz Mehlan, 1957-1960 sowie Lothar Kwasnitza, 1969
Innengestaltung, Rekonstruktion:
Hilmer + Sattler, 1993

Skulptur »Mutter mit totem Sohn«:
Käthe Kollwitz, 1937-1938 ausgeführt von Harald Haake, 1993


Link:
www.stadtentwicklung.berlin.de


Literaturhinweise:
  • Hillert Ibbeken und Elke Blauert (Hrsg.): Karl Friedrich Schinkel.
  • Jörg Fessmann (Hrsg.): Streit um die Neue Wache. Zur Gestaltung einer zentralen Gedenkstätte.
  • Christoph Stölzl (Hrsg.): Die Neue Wache Unter den Linden. Ein deutsches Denkmal im Wandel der Geschichte.



  • Der Text oben stammt aus dem Buch Architektur und Geschichte in Deutschland, Mathias Wallner / Heike Werner.

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