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Das Jüdische Museum Berlin – Ein Bauwerk aus den Linien der Geschichte

Jüdisches Museum Berlin Der Erweiterungsbau des Jüdischen Museums Berlin zählt zu den bemerkenswertesten zeitgenössischen Bauten in Deutschland. Es ist kein schlichter Museumsbau, sondern vielmehr ein Kunstwerk, eine Bauskulptur.

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Bei der Formfindung ließ sich der Architekt von verschiedenen Aspekten leiten. Zunächst legte er ein Liniengerüst über den Stadtgrundriss, das die ehemaligen Wohnstätten von Geistesgrößen wie E.T.A. Hoffmann, Heinrich Heine und anderen verband. Dieses irrational anmutende Liniengeflecht, das er mit einem geborstenen Davidstern assoziierte, prägte den Grundriss seines Bauwerks. Weitere Inspirationsquellen waren ihm Arnold Schönbergs unvollendete Oper »Moses und Aron« sowie ein Buch mit den Namen aller deportierten und ermordeten Berliner Juden und letztlich Walter Benjamins Textcollage »Einbahnstraße«.

»Between the Lines« nannte Libeskind sein Werk. Herausgearbeitet aus einem Liniengeflecht, besteht der expressiv gezackte Baukörper aus drei Achsen und einer unterbrochenen Linie aus »voids«, aus Leerräumen, die symbolisch für all jene Menschen stehen, die dem Holocaust zum Opfer fielen.

Linien und Splitterformen finden sich auch an der Fassade, deren Fenster im Stil einer Collage auf der glänzenden Metallhaut des Bauwerks angeordnet sind. Die Intensität des Eindrucks, die den Besucher umfängt, ist immens. Man gelangt in die eigentliche Ausstellung durch den Altbau des Museums. Beklemmung in der Eingangshalle. Die strengen Kontrollen erinnern hier daran, dass das Gespenst des Antisemitismus weiter in der Welt umgeht.

Durch einen unterirdischen Gang gelangt man in das eigentliche Ausstellungsgebäude, dessen Raumfolgen durch die drei Achsen bestimmt werden: Die »Achse der Kontinuität« steht für die 2000-jährige deutsch-jüdische Geschichte. Eine lange Treppenflucht, die symbolisch in die Zukunft weist, führt hier zur Ausstellung. Über die zweite Achse gelangt man in den »Garten des Exils und der Emigration«, die dritte Achse endet im »Turm des Holocaust«, einem schachtartigen, düsteren Raum, der nur über einen Spalt nahe der Decke Licht erhält.

Jüdisches Museum Berlin

Mit den in Beton gefassten »voids«, den verstörend schrägen Räumen und den irrational wirkenden Durchdringungen der Bauteile hat Libeskind einen beeindruckenden Ausstellungsbau geschaffen. Seine Architektur ist ein Medium, das Geschichte »physisch und spirituell« erlebbar macht.

Text: Mathias Wallner / Heike Werner - aus dem Buch Architektur und Geschichte in Deutschland, in gekürzter, überarbeiteter Form.
Ebenfalls beachtenswert:
Seit Herbst 2007 hat das Museum einen weiteren Raum von Daniel Libeskind: eine Aufsehen erregende Stahl-Glas-Konstruktion bildet den »Glashof« direkt hinter dem Altbau.


Architekten Jüdisches Museum Berlin:
Eingangsbau
Philipp Gerlach, 1734-1735
Hermann Friedrich Waesemann, 1856-1858
Wiederaufbau 1963-1965

Erweiterungsbau
Daniel Libeskind, 1989-1998
Glashof
Daniel Libeskind, 2007


Link:
www.juedisches-museum-berlin.de


Literaturhinweise:
  • Elke Dorner: Daniel Libeskind, Jüdisches Museum Berlin.
  • Jüdisches Museum Berlin (Hrsg.): Zwei Jahrtausende deutsch-jüdische Geschichte. Geschichten einer Ausstellung.
  • A.M. Müller und Daniel Libeskind: Radix - Matrix. Architekturen und Schriften.
  • Daniel Libeskind: Jüdisches Museum Berlin.



  • Der Text oben stammt aus dem Buch Architektur und Geschichte in Deutschland, Mathias Wallner / Heike Werner.

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