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Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin

Holocaust-Mahnmal Das schlimmste Verbrechen in der Geschichte der Menschheit ist ein Teil der deutschen Geschichte. Die Ermordung von etwa sechs Millionen Juden in ganz Europa wurde vom deutschen Staat angeordnet, geplant und durchgeführt.

Die Nationalsozialisten begannen mit der Politik des Rassismus und Antisemitismus unmittelbar nach ihrer Machtergreifung im Januar 1933 und steigerten die Brutalität von Jahr zu Jahr. Die Tatsache, dass weite Teile der Bevölkerung mit dem faschistischen System einverstanden waren oder es zumindest schweigend duldeten, ist schockierend, zumal die Nationalsozialisten das rassistische Element ihrer Ideologie ja nicht verhehlten, sondern es im Gegenteil pausenlos in die Welt hinausbrüllten.

Im Jahr 1935 wurden die »Nürnberger Rassengesetze« verkündet. Deutschland hatte sich damit bereits zum schlimmsten Apartheitssystem seit Menschengedenken herabgewürdigt.
Am 9. November 1938 wurde eine weitere Schwelle der Gewalt überschritten: Der Terrorstaat organisierte Pogrome mittelalterlichen Gepräges, unter der Beteiligung des fanatisierten Pöbels und mit stillschweigender Billigung der zivilen Polizei.

1942, auf der »Wannsee-Konferenz«, wurde dann die systematische Durchführung des Völkermords auf europäischer Ebene beschlossen und akribisch geplant. Viele staatliche Organisationen, etwa die Reichsbahn, die Stadtverwaltungen und die Wehrmacht wurden in das System des Grauens eingebunden. Vernichtungslager wie Auschwitz, Treblinka und Majdanek wurden errichtet und mit mörderischer Effizienz an die Infrastruktur des Reiches angeschlossen.

Bis zum Sieg der Alliierten hatten die Faschisten mit ihrem industriell organisierten Vernichtungssystem etwa sechs Millionen Menschen umgebracht. Es gibt keinen Zweifel, dass dieses Verbrechen einen zentralen Platz im politisch-historischen Bewusstsein der Deutschen haben muss. Dies bedenkend beschloss der Deutsche Bundestag im Jahr 1999 die Errichtung eines Denkmals für die ermordeten Juden Europas.

Holocaust-Mahnmal Dem Beschluss voraus gingen jahrelange Anstrengungen eines privaten Förderkreises und zwei Gestaltungswettbewerbe. Den Auftrag erhielt der New Yorker Architekt Peter Eisenman. »Die Sinnlosigkeit und Trostlosigkeit der Massenvernichtung kann nicht in einer klassischen Bauform ausgedrückt werden. Das Denkmal muss die Sinnlosigkeit ausdrücken«, so Eisenman.

Er entwarf ein großflächiges Stelenfeld im Herzen Berlins, nahe jenen Orten, wo die Organisatoren des Völkermords gewohnt und geherrscht hatten. Das Denkmal besteht aus 2.711 unterschiedlich hohen, in einem Raster aufgestellten rohen Betonquadern. Die schmalen Zwischenräume dieses Stelenfeldes sind begehbar. Durch die Absenkung des Geländes und die ansteigende Höhe der Stelen kann der Besucher gewissermaßen in das Denkmalfeld eintauchen und in der labyrinthähnlichen Struktur verschwinden.

Unter dem Denkmal befindet sich der »Ort der Information«. Während Eisenmans Monument individuelle Eindrücke – das Verschwinden in einer Bauform, Orientierungslosigkeit und Isolation – auslöst, wird der Besucher hier durch persönliche Aussagen und Lebensgeschichten einzelner Opfer mit den Schrecken des Holocaust konfrontiert. Auch die Stelen sind in dem unterirdischen Bauwerk wahrnehmbar, in einem Raum scheinen sie sogar durch die Decke zu dringen.

Text: Mathias Wallner / Heike Werner - aus dem Buch Architektur und Geschichte in Deutschland, in gekürzter, überarbeiteter Form.
Architekt Denkmal:
Peter Eisenman, 1999-2005


Links:
www.holocaust-mahnmal.de
www.holocaust-denkmal-berlin.de
www.shoa.de


Literaturhinweise:
  • Daniel Jonah Goldhagen: Hitlers willige Vollstrecker. Ganz gewöhnliche Deutsche und der Holocaust.
  • Israel Gutman, Eberhard Jäckel und Peter Longerich: Enzyklopädie des Holocaust. Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden.
  • Hanno Rauterberg, Peter Eisenman, Helene Binet und Lukas Wassermann: Peter Eisenman. Holocaust Mahnmal Berlin.
  • Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas (Hrsg.): Materialien zum Denkmal für die ermordeten Juden Europas.



  • Der Text oben stammt aus dem Buch Architektur und Geschichte in Deutschland, Mathias Wallner / Heike Werner.
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