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Das Deutsche Historische Museum in Berlin – Architektur im Dienst der Geschichte

Deutsches Historisches Museum Die Gründung zweier deutscher Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg verdoppelte so ziemlich alles. Fortan gab es zwei Systeme und Regierungen, zwei Währungen, zwei grundverschiedene Bündnis-Zugehörigkeiten, später auch zwei UN-Vollversammlungssitze, Olympia-Mannschaften und so fort. Es ist keineswegs übertrieben zu sagen: Es gab auch zweierlei Geschichte.

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Als tragende Säule im marxistischen Theoriegebäude hatte sie in der DDR eine besonders wichtige Funktion. Geschichte musste die zwingende Gesetzmäßigkeit des Sieges des Sozialismus demonstrieren. Das ist der Historische Materialismus. Demgemäß verordnete die SED-Regierung eine offizielle Geschichtsschreibung und deren Propagierung, unter anderem mittels eines »Museums der deutschen Geschichte«, das man in den 50er Jahren im ehemaligen Zeughaus der brandenburgisch-preußischen Armee einrichtete. Dort wurde in verschiedenen Versionen der Historische Materialismus durchdekliniert, und dies bis zur endgültigen Niederlage des Systems.

Etwas unübersichtlicher gestalteten sich die Dinge in der Bundesrepublik. Sie hatte sich zur Rechtsnachfolge des Deutschen Reiches bekannt, ein Entschluss, der gleichwohl eher die Möglichkeit in sich barg, auch die dunkel­sten Stunden deutscher Geschichte zu thematisieren, denn auch sie gehörten zum schwierigen Erbe. Das dauerte zwar – in den 50er Jahren war die jüngste Geschichte fast ein Tabu – aber spätestens seit Ende der 60er Jahre besteht ein Konsens dahingehend, dass der Holocaust als einzigartiges und schlimmstes Verbrechen in der Geschichte der Menschheit zu gelten und daher im Zentrum historischer Bemühungen zu stehen hat.
Von der Pflicht zur Sinnstiftung war die Geschichtsschreibung in der Bundesrepublik weitgehend befreit. Das lag daran, dass sie systembedingt nicht von der Regierung aufgezwungen werden konnte.

Zeughaus

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Freilich, unter Bundeskanzler Helmut Kohl, selbst promovierter Historiker, kam die Idee auf, in Berlin ein staatliches Geschichtsmuseum zu gründen, durchaus auch als Gegenmodell zum DDR-Museum. Dies wurde 1987 mit der Gründung des »Deutschen Historischen Museums« in die Tat umgesetzt. Nun gab es in Berlin zwei historische Museen, die schließlich im September 1990 vereinigt wurden. Sitz dieser ersten vereinigten Kultureinrichtung wurde das Zeughaus.
Das Bauwerk stammt aus jener Zeit, in der Preußen zum Königreich wurde. Zu seiner eigentlichen Funktion als Waffenlager gesellte sich nun das Bedürfnis des 1701 zum König erhobenen Hohen­zollern Friedrich I., mit dem prachtvollen barocken Bauwerk seine Macht zu demonstrieren. Um die umfangreichen Ausstellungen angemessen präsentieren zu können, benötigte man jedoch zusätzlichen Raum. Der einzig mögliche Ort für einen Anbau lag hinter dem Zeughaus in direkter Nachbarschaft zur Neuen Wache und zur Museumsinsel.

Der Architekt I. M. Pei, der vor allem für die Glaspyramide des Louvre bekannt ist, nennt seinen Erweiterungsbau ein »urban theatre« – ein städtisches Theater. Hier wird Berlin inszeniert. Das großzügig verglaste, mehrstöckige Foyer gewährt immer neue Ausblicke auf die historischen Bauten ringsum. Die Steinfassade des Neubaus nimmt auch farblich Bezug auf die klassizistischen Werke der Umgebung. Im Zeughaus, wo die ständige Ausstellung zu sehen ist, wurde der Innenhof durch ein besonders leicht wirkendes Glasdach zum festlichen Innenraum. Diese beeindruckende Synthese aus alt und neu bietet einen gelungenen Rahmen für eine Darstellung der deutschen Geschichte. Mit dem Dichter und Historiker Friedrich Schiller sei daran erinnert: »Es ist keiner unter Ihnen allen, dem Geschichte nicht etwas Wichtiges zu sagen hätte.«

Text: Mathias Wallner / Heike Werner - aus dem Buch Architektur und Geschichte in Deutschland.
Architekten:
Zeughaus
Johann Arnold Nering, Martin Grünberg, Andreas Schlüter, Jean de Bodt, 1695-1730
Umbauten Friedrich Hitzig, 1877-1880
Werner Harting, Kollektiv Otto Haesler, 1948­-1965
Ioeh Ming Pei mit Winfried Brenne, Schlaich, Bergermann+Partner, 1997-2003

Ausstellungsbau
Ioeh Ming Pei mit Eller + Eller, 1997-2003


Link:
www.dhm.de


Literaturhinweise:
  • Ulrike Kretschmar (Hrsg.): I.M. Pei. Der Ausstellungsbau für das Deutsche Historische Museum.
  • I.M. Pei: Die Ausstellungshalle des Deutschen Historischen Museums.



  • Der Text oben stammt aus dem Buch Architektur und Geschichte in Deutschland, Mathias Wallner / Heike Werner.

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