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Die Berliner Mauer – Fassade des Totalitarismus

Mauergedenkstätte Bernauerstraße Man nannte es eine »Abstimmung mit den Füßen« – 2,6 Millionen Menschen, die zwischen 1949 und 1961 aus der DDR in den Westen gingen, entschieden sich so, wie Willy Brandt es formulierte, »gegen ein Regime, das die eigentliche Abstimmung der Menschen verhindert«. Für die DDR bedeutete der Flüchtlingsstrom schlicht einen enormen Verlust an Arbeitskräften. Die Wirtschaftslage war dramatisch schlecht. Dazu trug auch der unkontrollierbare Warenumschlag von Ost nach West bei, der durch das Devisengefälle entstanden war.
Den drohenden Staatsbankrott im Nacken, sah die SED-Führung also in den offenen Grenzen den Hauptgrund ihrer Wirtschaftsmisere. Eine »Grenzsicherung« seitens der DDR sollte die Lage stabilisieren. Doch nicht nur das: Berlin stand in dieser Zeit im Zentrum des Kalten Krieges. Hier trafen die Machtblöcke direkt aufeinander; hier fiel nun der Eiserne Vorhang mit voller Wucht.

Zunächst war es ein streng geheimer Plan: »Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten!« versicherte Walter Ulbricht noch am 15. Juni 1961. Der eigenen Bevölkerung malte die DDR-Propaganda derweil das Bild von der kriegslüsternen Bundesrepublik und dem Gefahrenpunkt West-Berlin. Von hier drohe die ständige Infiltration von Spionen, Saboteuren und Menschenhändlern – Letztere waren ein SED-eigener Erklärungsversuch für das Flüchtlingsphänomen. Die Bevölkerung müsse, so die Propaganda-Logik, dringend geschützt werden.

Checkpoint Charlie

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Mit Zustimmung der Sowjetunion wurde dann alsbald die Schließung der Grenzübergänge verfügt: In der Nacht zum 13. August 1961 riegelten DDR-Truppen die innerdeutsche Grenze ab. Schwerpunkt des Truppenaufmarsches war Berlin, mit seiner bis dahin eher durchlässigen Grenze durch das Stadtgebiet. Nun versperrten Bewaffnete die Übergänge, Stacheldraht wurde ausgerollt, in den nächsten Tagen rückten Bau­arbeiter an und Straßenzufahrten wurde ebenso zugemauert wie die Fen­ster der Häuser entlang der Grenze. Die waghalsigen Fluchtszenen, die sich in diesen Tagen abspielten, aber auch spätere Fluchtversuche durch Tunnels oder gar in selbst gebauten Flugobjekten sind heute im Mauermuseum am Checkpoint Charlie dokumentiert.

Bis in die 1980er Jahre hat die DDR-Regierung den »antifaschistischen Schutzwall«, wie sie die Mauer zynischer Weise nannte, stetig ausgebaut. In Berlin bestand die Grenzsicherung schließlich aus einer 3,60 Meter hohen Mauer aus Betonfertigteilen, die durch Beobachtungstürme, Sperrgräben, eine Hinterlandmauer und elektrische Zäune erweitert wurde. Außerhalb von Berlin gab es noch die mit Minen oder Selbstschussanlagen bestückten Todesstreifen. Zudem galt seit 1961 der Schießbefehl: »Republikflüchtlinge« waren mit allen Mitteln aufzuhalten. Entlang der DDR-Grenze starben etwa 1000 Menschen, davon mindestens 239 nach dem 13. August 1961 an der Berliner Mauer. Die genaue Zahl der Mauertoten wird derzeit noch anhand von DDR-Aktenmaterial erforscht.

Berliner Mauer Erst als mit Michael Gorbatschows Perestroika das Ende des Kalten Krieges nahte, schöpften die Bürger der DDR wieder Mut. Im September 1989 formierten sich schließlich die ersten Montagsdemonstrationen. »Wir sind das Volk!« mahnte die wöchentlich wachsende Zahl der Demonstranten das SED-Regime. Die gewaltlose Revolution begann und das totalitäre System war am Ende. Am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer – unter dem Ansturm einer jubelnden Menschenmenge. Ein welthistorisches Ereignis, denn der Fall der Mauer symbolisierte zugleich das Ende des Kalten Krieges.

Die Grenzanlagen wurden in der Wendezeit rasch abgebaut. Mittlerweile ist der Verlauf der Mauer, bis auf stellenweise Markierungen im Bodenbelag, kaum noch zu erkennen. Ein Abschnitt der Grenzanlagen ist heute Teil der Mauergedenkstätte Bernauer Straße.


Text: Mathias Wallner / Heike Werner - aus dem Buch Architektur und Geschichte in Deutschland, in gekürzter, überarbeiteter Form.
Berliner Mauer: 13. August 1961 bis 9. November 1989

Architekten Mauergedenkstätte Bernauer Straße:
Kohlhoff & Kohlhoff, 1995-1998


Links:
www.berliner-mauer-dokumentationszentrum.de
www.mauer-museum.com
www.chronik-der-mauer.de
www.eastsidegallery.com
www.eastsidegallery-berlin.com


Literaturhinweise:
  • Alexandra Hildebrandt: Die Mauer. Zahlen. Daten.
  • Daniel Küchenmeister (Hrsg.): Der Mauerbau. Krisenverlauf - Weichenstellung - Resultate.
  • Ulrich Mählert: Kleine Geschichte der DDR.
  • Verein Berliner Mauer - Gedenkstätte und Dokumentationszentrum (Hrsg.): Die Berliner Mauer.



  • Der Text oben stammt aus dem Buch Architektur und Geschichte in Deutschland, Mathias Wallner / Heike Werner.
    Berliner Mauer
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    Berliner Mauer
    Eastside Gallery

    Der einstige Verlauf der Mauer ist heute mancherorts, etwa am Potsdamer Platz, im Bodenbelag erkennbar.


    Das Graffiti »Bruderkuss« von Dimitri Vrubel in der Eastside Gallery.

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